Der Typ neben mir schiebt seine Tigermaske beiseite, um die Frau mit Hasenmaske zu küssen. Er trägt nichts außer einer eng anliegenden Boxershorts. Es ist 4 Uhr morgens, der Beat wummert gleichförmig vor sich hin. Ein Arm streift mich, Haut auf Haut, ohne dass ich zurückzucke. Ich berühre drei fremde Menschen, vielleicht vier. Das Komische: Es fühlt sich nicht komisch an. Ich bin zurückkatapultiert in eine Prä-Corona-Welt, als hätten vier Bier und Ekstase die letzten 18 Monate ausgelöscht. Es riecht nach Schweiß und Nebel. Draußen dämmert es vielleicht schon, aber hier drinnen im Halbdunkel habe ich das Zeitgefühl verloren. Hier gibt es nur Techno und tanzende Körper. Ich bin im Club in Berlin, zum ersten Mal in meinem Leben. Hier will ich lernen, wie man in der Hauptstadt richtig feiert: in der Wilden Renate.