Eigentlich sind wir Menschen Warmblüter. Der Hamburger Winter lässt mich denken, dass ich eine Ausnahme sein muss, denn seit Wochen friere ich – nonstop. Ich habe alles versucht, trage immer zwei Sockenpaare übereinander und trinke literweise Tee. Schließlich fing ich an zu googeln und stieß dabei auf eine Arbeit der Physiker Hans-Joachim Schlichting und Bernd Rodewald: Leben im Wärmebad – das will ich!

Wärme sucht sich auf verschiedene Weisen ihren Weg durch die Kälte, lese ich dort. Es gibt die Wärmeleitung, bei der durch Material Hitze übertragen wird. So wie von Herdplatte zu Topf. Die Konvektion beschreibt den Wärmetransport in Gasen und Flüssigkeiten. Darum gerät ein Blatt Papier in heftige Bewegungen, wenn wir es in die warme Luft über einem Feuer halten. Für mich besonders interessant: die Wärmestrahlung – diese sucht sich stets ihren Weg vom warmen Körper zum kalten. Sie funktioniert umso besser, je weniger Hindernisse sich zwischen warmer und kalter Person befinden. Wenn ich mich also in der Nähe anderer, möglichst vieler Menschen aufhalte, werde ich gewärmt. In Pandemiezeiten allerdings vielleicht nicht die beste Idee – ich muss also weitersuchen.