Wie soll man in diesem leidigen Zustand das größte Rätsel der Physik lösen? Werner Heisenberg, 24, läuft die Nase. Seine Augen brennen. Sein Gesicht schwillt an und errötet. Heisenberg hat starken Heuschnupfen. Der Frühsommer 1925 ist pollenreich.

Große Hoffnungen liegen auf Heisenberg. Die Physiker rätseln gerade über das Verhalten der kleinsten Materiebausteine. Elektronen scheinen in Atomen seltsame Sprünge aufzuführen, die mit der bewährten Physik in der Tradition Isaac Newtons nicht zu vereinbaren sind. Die großen alten Männer der Physik, Niels Bohr und Albert Einstein, sind mit ihrer Weisheit am Ende. Heisenberg ist der aufsteigende Star der Wissenschaft, hochbegabt und hervorragend ausgebildet beim Münchner Ordinarius Arnold Sommerfeld, bei Max Born in Göttingen und Niels Bohr in Kopenhagen. Die Energie sprüht nur so aus seinem Lausbubengesicht. "Jetzt liegt alles in den Händen Heisenbergs", sagt Niels Bohr, "einen Weg aus den Schwierigkeiten zu finden." Heisenberg hat schon eine Idee, wie die seltsame Springerei zu erklären sei.