Vor 300 Jahren wussten die Menschen im spanischen Katalonien wenig über Physik, aber die Technik, um bis zu zehn Stockwerke, knapp 15 Meter hohe Türme aus Menschen zu bauen, die beherrschten sie. Auch heute noch bauen die Katalonier ihre Castells, wie sie ihre Menschentürme nennen. Seit 2010 sind diese sogar immaterielles Weltkulturerbe. Wenn sich die Castellers alle zwei Jahre zur Meisterschaft treffen, gehe es aber weniger um Rekorde oder ums Gewinnen, erklärt Eduard Conesa, "sondern um Teambuilding und um unsere reiche katalanische Kultur". Castellers trainieren nicht, sie proben. Der 25-jährige Conesa leitet die Castellers de la Vila de Gràcia aus Barcelona und tritt in pandemiefreien Zeiten alle zwei Wochen auf – Social Distancing ist schwierig, wenn man ein Bauwerk aus 300 Menschen errichtet.