Picós: Die bunten Beats von Barranquilla

In Kolumbien feiert man zu Musik aus mobilen Soundanlagen, die man Picós nennt. Die Künstlerin Stefanie Moshammer hat die handbemalten Ungetüme und ihre Besitzer fotografiert. Von Fotografie:
ZEITmagazin Nr. 21/2020
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Bevor die österreichische Künstlerin und Fotografin Stefanie Moshammer, 31, vor zwei Jahren beschloss, gemeinsam mit Freunden nach Kolumbien zu reisen, machte sie, was sie jedes Mal macht, wenn sie zum ersten Mal in ein Land kommt: "Ich habe recherchiert, welche Subkulturen es gibt, die ich noch nicht kenne, und bin schnell auf das Blog von Fabian Altahona gestoßen. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der Geschichte der Picós, der kolumbianischen Soundsystems. Ich kannte so etwas nur aus Jamaika und war fasziniert."

Stefanie Moshammer schrieb dem Blogger und fand heraus, dass die Picós in den afrikanisch-kolumbianischen Vierteln der Städte Barranquilla und Cartagena an der Nordostküste entstanden sind. Der Name Picó ist dem Begriff Pick-up entlehnt – es handelt sich um schwere Ungetüme, die früher mit Pick-up-Lastwagen transportiert wurden, das Wort wurde ins Spanische übertragen. Die Besitzer, die oft noch Vinylplatten auflegen, nennt man Picoteros. Ursprünglich ging es darum, zu tanzen, ohne Geld in teuren Clubs auszugeben.