Bettina Wegner: "Ich wusste, ein zweites Mal Knast halte ich nicht durch"

Als junge Mutter verteilte sie regimekritische Flugblätter, als Sängerin bekam sie in der DDR Berufsverbot: Bettina Wegner über Mut, die Sehnsucht nach Heimat und ihr berühmtestes Lied "Sind so kleine Hände". Interview:
ZEITmagazin Nr. 47/2019

ZEITmagazin: Frau Wegner, stimmt es, dass Sie mal eine Katze hatten, die "Bleib da" hieß?

Bettina Wegner: Ja, das war die Katze, mit der ich 1983 ausgebürgert wurde. Wegen der Ausreise brauchte ich ein Gesundheitszeugnis für sie, also bin ich zu einer Tierärztin gegangen. Als mich die Ärztin nach dem Namen meiner Katze fragte, habe ich angefangen zu heulen. Nichts mehr mit bleib da. "Bleib da" musste weg und ich auch.

ZEITmagazin: Sie sind gerade 72 Jahre alt geworden. Ihr Leben war bislang turbulent und erzählt viel über die gesamte deutsch-deutsche Geschichte. Beginnen wir von vorn: Wer waren Ihre Eltern?