Fünf Jahre nach dem Friedensabkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Farc-Rebellen hat die Abholzung in ehemaligen Gebieten der Guerilla-Organisation weiter zugenommen. Dies geht aus einem Report hervor, den das Forschungsinstitut International Crisis Group veröffentlichte.

Demnach wurden allein im Jahr 2017 fast 225.000 Hektar Wald in Kolumbien, einem der Länder mit der größten Biodiversität weltweit, zerstört. "Ohne ein energischeres staatliches Handeln wird Kolumbien weder sein Ziel einer Null-Abholzung bis 2030 erreichen noch seine Zusage aus dem Pariser Klimaabkommen einhalten können, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 51 Prozent zu senken", heißt es in dem Bericht. Verantwortlich für die Abholzung seien vor allem die Farc-Rebellen, die die Wälder für Viehzucht, illegalen Bergbau und Kokaanbau zerstörten. Im Gegensatz dazu hätten sie früher die Abholzung sogar verhindert, da sie sich im dichten Wald vor den Behörden verstecken konnten.

In Kolumbien herrschte mehr als 50 Jahre lang ein Bürgerkrieg zwischen linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Mehr als 220.000 Menschen kamen dabei ums Leben. Millionen wurden innerhalb des südamerikanischen Landes vertrieben. Die größte Rebellenbewegung Farc unterzeichnete am 24. November 2016 einen Friedensvertrag mit der Regierung.

Kolumbien verpflichtet sich zum Schutz der Wälder bei der COP26

Am Dienstag haben sich mehr als 100 Staaten bei der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow dazu verpflichtet, spätestens bis 2030 die Zerstörung von Wäldern und anderen wertvollen Ökosystemen zu stoppen. Kolumbien hat sich dem Pakt zum Schutz der Wälder angeschlossen, genauso wie Deutschland, die gesamte EU sowie andere Staaten mit den weltweit größten Wäldern, wie Kanada, Russland, Brasilien, Indonesien, China, Norwegen und die Demokratische Republik Kongo.

Für das Vorhaben sollen bis 2025 etwa zwölf Milliarden US-Dollar (etwa 10,3 Milliarden Euro) an öffentlichen Geldern mobilisiert werden. Hinzu kommen 7,2 Milliarden US-Dollar an privaten Investitionen. Der britische Premierminister Boris Johnson nannte Wälder "Kathedralen der Natur", die unverzichtbar für das Überleben der Menschheit seien.