Die Ansteckungen mit dem Coronavirus beschleunigen sich. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilte, registrierten die Gesundheitsämter in Deutschland innerhalb von 24 Stunden 17.482 neue Infektionen. Das sind etwa 5.000 mehr als vor einer Woche. Nach Recherchen von ZEIT ONLINE, die auf den direkten Angaben aus den Landkreisen basieren, wurden 17.907 neue Corona-Fälle gemeldet. Das sind 4.095 mehr als Donnerstag vor einer Woche.

Die Zahlen von ZEIT ONLINE sind weniger von verzögerten Meldeketten betroffen als die des Robert Koch-Instituts. Deshalb können die Daten voneinander abweichen.

Den Angaben des RKI nach wurden den Gesundheitsämtern im Laufe des Donnerstags 226 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt. Das sind weniger als vor einer Woche, als die Ämter noch 252 Corona-Tote an einem Tag meldeten. Die Recherchen von ZEIT ONLINE zeigen 202 neue Verstorbene an, was ebenfalls darauf hindeutet, dass pro Tag weniger Menschen an oder mit Sars-CoV-2 sterben.

Kritisch ist jedoch, dass die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz, die die gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche abbildet, seit geraumer Zeit steigt. Sie lag dem RKI zufolge am Freitagmorgen bei bundesweit 95,6. Am Donnerstag hatte sie noch bei 90, am Mittwoch bei 86,2 gelegen und vor vier Wochen bei 56,8.

Die meisten Neuinfektionen gab es den Recherchen von ZEIT ONLINE zufolge am Donnerstag in Nordrhein-Westfalen (3.962 neue Fälle), in Bayern (2.999) und Baden-Württemberg (2.071). Nordrhein-Westfalen registrierte auch die meisten neuen Todesfälle: 35. Ämter in Baden-Württemberg meldeten 26 Tote, die in Niedersachsen verzeichneten 25 Todesfälle.

In vier Kreisen gab es keine Neuinfektionen

Auf der Ebene der Stadt- und Landkreise registrierte am Donnerstag Berlin die meisten Neuinfektionen nach den Recherchen von ZEIT ONLINE. 629 Menschen wurden positiv auf Corona getestet. Danach folgen die Region Hannover mit 405 Neuansteckungen und Hamburg mit 389 neuen Fällen. Berlin meldete mit 11 auch die meisten Toten. Danach folgen die Region Hannover mit 10 Verstorbenen sowie der baden-württembergische Ostalbkreis, der sechs Todesfälle registrierte.

Weiterhin besonders stark betroffen ist die thüringische Stadt Greiz. Am Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 554,4 und damit nur unwesentlich geringer als am Mittwoch, als dort eine Inzidenz von 555,5 festgestellt wurde. Vier Kreise meldeten am Donnerstag keine Neuinfektionen.

Insgesamt sind dem RKI seit Beginn der Pandemie in Deutschland rund 2,63 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen unerkannt bleiben. Die Zahl der Genesenen schätzt das RKI auf mehr als 2,40 Millionen Menschen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, ist mit den neuesten Werten auf 74.358 gestiegen. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend zufolge bei 1,12 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 112 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

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