Bei Versuch Nummer 99.971 flackert in der Dunkelheit plötzlich eine rosarote Flamme auf. Erst bedeckt sie den Boden des Reaktorgefäßes, dann lodert sie bis zur Decke. Eine, zwei, drei Sekunden lang, begleitet von einem sturmartigen Tosen. Schließlich erlischt das Licht so schnell, wie es gekommen ist, so als habe es jemand ausgepustet. Experiment beendet, Rekord erreicht, ein Video für die Geschichtsbücher.

So sehen sie es jedenfalls am Culham Centre for Fusion Energy. Schließlich zeigt der kurze Film, worauf das Forschungsinstitut im britischen Oxfordshire seit 40 Jahren hinarbeitet: die kontrollierte Verschmelzung von Atomkernen. Diese Kernfusion findet Sekunde für Sekunde im Inneren der Sonne statt, sie gilt als eine der effizientesten Energiequellen des Universums. Und dereinst könnte sie auch die Reaktorkammern von irdischen Kraftwerken zum Glühen bringen – als Ersatz für Kohle, Gas und klassische Atomkraft.