Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland hat nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die Schwelle von 100.000 überschritten. Demnach haben die Gesundheitsämter seit Beginn der Pandemie insgesamt 100.119 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gemeldet. Deutschland ist damit das 14. Land mit mehr als 100.000 Pandemietoten. Die meisten Todesfälle verzeichnen die USA mit rund 800.000 Verstorbenen.

Von ZEIT ONLINE recherchierte Daten hatten bereits am Vortag das Überschreiten der 100.000er-Marke ergeben. Die Zahlen von ZEIT ONLINE basieren auf den direkten Angaben der Landkreise. Daher sind sie weniger von Verzögerungen in den Meldeketten betroffen als etwa die des RKI und können dadurch von ihnen abweichen.

Das RKI meldete zudem einen neuen Höchstwert von 75.961 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind 10.590 Fälle mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut und liegt jetzt bei 419,7.

Den anhaltenden Aufwärtstrend bei den Neuinfektionen bestätigen auch die von ZEIT ONLINE erhobenen Daten. Demnach haben die Gesundheitsämter bundesweit 73.412 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und 307 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Das sind 13.886 neue Fälle und 63 Todesfälle mehr als am vergangenen Mittwoch. Die Zahl täglicher Neuinfektionen hat damit einen weiteren Höchstwert erreicht, der bisherige Maximalwert von 65.004 war am vergangenen Donnerstag gemeldet worden.

Insgesamt hat es in den vergangenen sieben Tagen bundesweit 377.973 Neuinfektionen gegeben, was einer Inzidenz von 454,4 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner und Woche entspricht. Dieser Wert ist um 28 Prozent höher als in der Vorwoche, als er bei 354,2 lag, und der höchste seit Beginn der Pandemie.

Elf Bundesländer mit Höchstwert an neuen Fällen

Demnach hat es in Bayern mit 15.495 die meisten Neuinfektionen gegeben. 13.505 neue Fälle meldeten die Ämter in Sachsen, 10.513 in Baden-Württemberg. Insgesamt haben elf Bundesländer jeweils einen Höchstwert an neuen Fällen gemessen, nicht dazu gehören neben Baden-Württemberg und Bayern lediglich die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg. Die meisten Todesfälle wurden in Bayern verzeichnet, dort registrierten die Ämter 81 weitere Gestorbene. 41 Todesfälle hat es in Baden-Württemberg gegeben und 36 in Nordrhein-Westfalen.

Auf Stadt- und Kreisebene meldeten die Gesundheitsämter in Berlin mit 2.867 die meisten neuen Fälle, 2.056 Neuinfektionen wurden in Dresden und 1.891 in Leipzig gemessen. Sieben der zehn Kreise mit den meisten neuen Fällen liegen in Sachsen und zwei in Bayern. Augsburg meldete auf kommunaler Ebene die meisten Todesfälle, acht weitere Menschen sind dort an Covid-19 gestorben. Ebenso viele waren es in Recklinghausen, sieben Todesfälle verzeichnete Hamburg.

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32 Kreise mit vierstelliger Inzidenz

Das Bundesland mit der höchsten Inzidenz ist Sachsen, wo der Wert bei 1.369,8 liegt. In Sachsen liegen auch die beiden am stärksten betroffenen Kreise: Im Erzgebirgskreis liegt die Inzidenz bei 2.041,8 und in Bautzen bei 2.008,7. In Schleswig-Holstein ist die Inzidenz mit 157,4 unter allen Bundesländern am niedrigsten, der Kreis mit dem niedrigsten Wert ist Holzminden in Niedersachsen, wo die Inzidenz 86,9 beträgt. 

Bundesweit haben 32 Kreise eine vierstellige Inzidenz, 125 weitere Kreise einen Wert von 500 oder höher. In nur zwei Kreisen liegt der Wert unter 100. Vor einer Woche hat es noch zwölf Kreise mit einer Inzidenz über 1.000 gegeben, 99 weitere mit einem Wert von über 500 und 14 Kreise mit einem zweistelligen Wert.

Die aktuellen Inzidenzen sind nur bedingt mit denen aus den vorigen Wellen vergleichbar. Durch den Effekt der Impfungen führen mehr Infektionen nicht mehr im gleichen Maß zu einer Zunahme der Schwerkranken. Es müssen bei gleichen Inzidenzen wie zu einem früheren Zeitpunkt der Pandemie also gegenwärtig verhältnismäßig weniger Menschen ins Krankenhaus, auf die Intensivstation oder sterben.

Dennoch steigen auch hier die Zahlen inzwischen an: In den vergangenen sieben Tagen wurden 4.770 Covid-19-Erkrankte ins Krankenhaus aufgenommen, was einer Rate von 5,7 Hospitalisierungen je 100.000 Einwohner und Woche entspricht. Dieser Wert ist um elf Prozent höher als vor einer Woche. Auf Intensivstationen müssen derzeit 4.070 Covid-19-Patienten behandelt werden, 21 Prozent mehr sieben Tage zuvor. Damit sind 16 Prozent der verfügbaren Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Auch die mittlere Zahl der täglich erfassten Todesfälle ist gegenüber der vergangenen Woche um 21 Prozent gestiegen.

Mehr als 5,5 Millionen Infizierte seit Pandemiebeginn

Zum anderen lässt die Schutzwirkung der Impfstoffe mit der Zeit nach, sodass inzwischen auch vermehrt Geimpfte wegen Covid-19 ins Krankenhaus müssen. Außerdem ist die Situation in den Kliniken aktuell auch eine andere: So fehlen beispielsweise vielerorts Pflegekräfte, was dazu führt, dass weniger Menschen versorgt werden können.

Seit Pandemiebeginn haben sich bundesweit 5.545.176 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 100.355 sind an Covid-19 gestorben. Derzeit sind 58,8 Millionen Menschen (70,7 Prozent der Einwohner) mindestens einmal geimpft, von ihnen haben 56,6 Millionen (68,1 Prozent) vollen Impfschutz.

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