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: Lourdes

„Der Zufall, das Universum und du“: Madonna heilt nur zufällig

Bringt eine Pilgerfahrt Heilung, oder kann ein Schmetterling Orkane auslösen? Der Physiker Florian Aigner untersucht in seinem neuen Buch die Bedeutung des Zufalls.

Siebeck: Deutschland mit dem Gaumen suchend

Riesige Klöße in sumpfigen Saucen in Weimar, Bayreuth und Lübeck: Wolfram Siebeck wollte wissen, ob unsere Orte der Hochkultur auch Orte gehobener Gastronomie sind.

Christentum: Nur um Liebe geht es nicht

… sondern um Gerechtigkeit. Der Theologe Johann Baptist Metz, einflussreicher Gegenspieler des Papstes, fordert eine theologische Neubesinnung.

Film "Lourdes": Einmal Wunder und zurück

Zwischen Glaube und Hoffnungsindustrie: Jessica Hausners erstaunlicher Film "Lourdes" erzählt ganz unaufgeregt von der Pilgerfahrt einer jungen Frau. Von Katja Nicodemus

Kino: Unser aller Irrsinn

Auf den Filmfestspielen in Venedig suchen die Regisseure nach einer Ordnung im globalen Chaos.

"Für Feuchtwanger, Werfel und Heinrich Mann war ich zuständig": Ein Portrait von Varian Fry, der nach dem Fall Frankreichs in einem Jahr, 1940/41, Tausende gefährdeter Emigranten rettete: Der Engel von Marseille

Politthriller, Gangsterposse und Heldenlied: Die dreizehn Frankreich-Monate im Leben des amerikanischen Journalisten Varian Fry, den man bald den "Engel von Marseille" nannte, bergen – zumindest – diese drei Elemente.

Komfortable Pilgerfahrten

In früheren Zeiten machten sich Pilger allein und zu Fuß auf die oft beschwerliche Wallfahrt. Heute haben sie Charterjet, Reisebus und Kreuzfahrtschiff entdeckt und können aus einem kaum noch überschaubaren Angebot auswählen.

Reservat der Menschenliebe

Jenseits auf zu Jubel und Huldigung: "Je vous saue, Marie." Andere Stimmen wiederholen das Gebet in sieben Sprachen, als käme ein Echo aus den Ländern der Christenheit, als wäre dies eine Messe für die ganze Welt: Gegrüßt seist Du, Maria.

Paris: Kirche und Krieg

Es sei das legitime Recht der Staaten, einen Angreifer abzuschrecken, "selbst mit einer atomaren Geeendrohung", heißt es in einer Erklärung, die die Konferenz der katholischen Bischöfe Frankreichs in Lourdes verabschiedete.

Fernsehen: Kommentar überflüssig

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Reise, sagte, über die Bahnsteige des westfälischen Münster hinweg, eine Lautsprecherstimme: ein freundlich-routiniert gehandhabten Service, der sich im Angesicht der Krüppel und Geisteskranken, Rollstuhlfahrer, Bettlägerigen und idiotischen Grinser in baren Hohn verwandelte.

Am 1. Januar ist das Europa der Neun ins Leben getreten. Im Rahmen der ZEIT-Serie über die Neuen in Europa untersucht Dennis Kennedy, Mitglied des "World Press Institute" und Europa-Redakteur der "Irish Times", was sich die Republik Irland von der Gemeinschaft erhofft – und was die EWG von den Iren erwarten kann.: Die Iren glauben an Wunder

Als der irische Außenminister Hillery am 30. Juni 1970 zur formellen Eröffnung der Beitrittsverhandlungen mit der EWG nach Luxemburg flog, benutzte er ein Flugzeug der nationalen Fluglinie Aer Lingus.

Seid nett zueinander

Der Ehemann kommt nach Hause und findet seine Frau bereits im Bett vor. Zärtlich küßt er sie, da fällt sein Blick auf den Aschenbecher, in dem eine Zigarre qualmt.

"Hakenkreuze über Hamburg"

Im "Express" vom 29. Januar, dem Pariser Wochenblatt, das Mendès – France nahesteht, beginnt eine Spalte der Block-Noten, die François Mauriac dort allwöchentlich veröffentlicht, so: "Michel del Castillo kehrt soeben aus Deutschland zurück.

Nur vierundfünfzig Wunder wurden anerkannt

In diesen Bädern sind im Laufe der letzten hundert Jahre Tausende von Kranken geheilt worden. Mit allen Fällen aber hat sich das Bureau des Constustations, das ärztliche Feststellungsbüio, befaßt, in dessen Archiv etwa 6000 Heilungsakten liegen; 500 bis 600 davon sind als "medizinisch unerklärliche Fälle" festgehalten worden.

Organisation wie am Schnürchen

Erfüllt von frommem Gesang, so läuft der Pilgerzug in Lourdes ein. Eine vortreffliche Qrganisation kümmert sich um die eingetroffenen 712 Menschen. Diese Organisation betreute im Jahre 1951 nicht weniger als 1 6 Millionen Pilger aus aller Welt.

In den Ferien notiert...

Fünf dünne Leinenbändchen steckte ich heimlich in meinen Urlaubskoffer, wollte sie nur an Schlecht-Wetter-Tagen hervorholen und mich gütlich daran tun, gütlich, weil ich mir Gutes erhoffte.

ZEITMOSAIK

Kitsch ist ein vieldeutiges und ungenaues Wort, das höchstens als abgekürzter Hinweis in der Umgangssprache seinen Platz hat.

In Lourdes begann es

Im Jahre 1903 machte der französische Autor Carrel – später weltberühmt geworden durch sein Buch „Der Mensch, das unbekannte Wesen“ – eine Reise nach Lourdes.

Hochsaison der Wunder

Eine Invasion der Wunder ist in unseren Alltageingebrochen: Im August dieses Jahres erschien der zwölfjährigen Senta Roos aus Fehrbach bei Pirmasens eine Frau im weißen, gürtellosen Kleid mit einer Krone auf dem Haupt, die sich der kleinen Senta als die „unbefleckte Empfängnis“ zu erkennen gab; in Heroldsbach (Oberfraiken) geschah es, daß vier Mädchen im Alter von zehn bis vierzehn Jahren beim Laubsammeln eine „weiße Dame“ sahen; in der Reissach-Mühle in Kempten (Allgäu) vernimmt die 37jährige Hilde Weber, Mutter von zwei Kindern, seit einigen Wochen „Gottes Stimme“ (und nun sind schon Männer mit ihren Frauen und Kindern zur Mühle gezogen, um der „Priesterin“ als „erste Apostel“ zu dienen).

Heilung in Lourdes

Am zweiten Tag des diesjährigen „Internationalen Pax-Christi-Kongresses“ in Lourdes stand die 21jährige schwerkranke Maria Hages nach dem Empfang, der Kommunion am Bernadette-Altar von ihrer Bahre auf und war gesund.

„Das Lied von Bernadette“

Als der Film, der das Wunder von Lourdes besingt, im Rheinland gezeigt wurde, haben Würdenträger der katholischen Kirche fast überschwenglich zu rühmen gewußt, daß die überschwenglich bisher ein arges Weltkind von Geblüt, plötzlich fromm geworden sei.

Pilgerfahrt Lourdes

Lourdes! Die Straßen sind abschüssig, die Häuser an den Felsen hochgebaut, mitten aus der Stadt erhebt sich ein gewaltiger Felskegel, der von einem Kastell gekrönt wird.

Marginalien zu neuen Büchern

Lazarus Belfontaine aus der Dichterin Heimatkleinstadt – dieser freiwillig, doch ohne Heil das Siegel christlicher Taufe empfangende, aus äußerster Gott ferne dem Purgatorium zustürzende Prototyp moderner Hybris gibt, wiewohl Zentralfigur, samt Gegenspielern und Doppelgängern gleichsam nur den menschlichen Schauplatz ab für ein auf metaphysischer Ebene geschehendes Ringen, nämlich für den Kampf zwischen Gott und Satan, der das eigentliche Anliegen dieses faszinierenden Prosa-Epos bildet.