Der Tag beim Londoner Southwark Crown Court begann mit einer Hymne. "Ohh my Lord", sang eine Gerichtsangestellte, als sie zur Tür des Justizgebäudes schritt. "Ohh you are my Lord, we are your children", sang sie aus voller Brust. Es war ihr morgendlicher Gospelgesang für all die armen Menschenkinder, die heute wieder im Gefängnis landen würden.

"Warum soll der Mann ins Gefängnis", schimpft ein anderer Gerichtsangestellter, der ein Gespräch mit der Gospelsängerin beginnt. "Er ist arm. Er hat nichts mehr. Was soll er im Gefängnis?" Aber das sei ja immer so, meint er. Wer kein Geld habe, werde bestraft. Wer viel Geld habe, der werde Politiker. Und wer besonders viel Geld habe, werde Finanzminister und zahle nicht einmal seine Steuern. Eine Anspielung auf den britischen Schatzkanzler, der sein Einkommen lange Zeit in den USA, nicht aber in Großbritannien versteuerte.