Dänemark und die Niederlande haben angekündigt, keine Regierungsmitglieder zu den Olympischen Winterspielen in Peking zu schicken. Grund seien die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in China, teilte der dänische Außenminister Jeppe Kofod laut der Nachrichtenagentur AFP mit. Er bedauerte, dass es innerhalb der EU bisher noch nicht gelungen sei, eine gemeinsame Haltung zu finden.

"Es ist kein Geheimnis, dass wir in Dänemark sehr besorgt über die Menschenrechtssituation in China sind", sagte Kofod. Die Regierung habe daher beschlossen, die Spiele in Peking nicht zu besuchen. Dänische Sportler würden aber teilnehmen.

Die Niederlande teilten unterdessen mit, dass es sich nicht um einen politischen Boykott handele. Vielmehr seien angesichts der strikten Corona-Einschränkungen keine Treffen mit chinesischen Regierungsvertretern möglich. "Bei diesen Treffen könnten wir auf einer vernünftigen Ebene mit den Behörden über die Besorgnis der Niederlande angesichts der Menschenrechtslage sprechen", sagte der niederländische Außenamtssprecher Frits Kemperman der Nachrichtenagentur AFP. Weil das aber nicht möglich sei, werde die Regierung keine offizielle Delegation entsenden.

USA, Großbritannien und Japan boykottieren Winterspiele

Auch der niederländische König Willem-Alexander habe seine Teilnahme an den Spielen abgesagt, sagte Kemperman. Er habe diesen Entschluss gefasst, da es niederländischen Fans nicht möglich sei, nach Peking zu reisen und die heimischen Athleten anzufeuern.

Zuvor hatten unter anderem bereits die USA, Großbritannien und Japan einen diplomatischen Boykott der im kommenden Monat stattfindenden Spiele verkündet. Als Grund für den Boykott nannten die Länder die Menschenrechtslage in China. Die Volksrepublik steht sowohl wegen ihres Umgangs mit Uiguren und Tibetern in der Kritik als auch wegen der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong und den Drohungen gegen Taiwan.

Die chinesische Führung drohte nach den Boykottankündigungen mit Konsequenzen: Die Länder "werden unweigerlich den Preis für ihr Fehlverhalten zahlen", sagte der Sprecher des Außenministeriums in Peking, Wang Wenbin. Konkrete Schritte nannte er nicht.

In Deutschland haben die für den Sport zuständige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) angekündigt, nicht zu den Olympischen Spielen zu reisen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sagte, innerhalb der Europäischen Union laufe in dieser Frage noch die Abstimmung. Dieser Prozess sei in jeder Hinsicht noch nicht abgeschlossen.