Der Überkopfball missriet Naomi Ōsaka völlig. Auf dem Centre Court der Rod Laver Arena verfehlte die 24-Jährige den Ball nahezu komplett. Doch Naomi Ōsaka reagierte nicht etwa verärgert, verunsichert oder peinlich berührt. Sie lachte – und das wirkte in der Mittagssonne von Melbourne sehr echt.

Eine Reaktion, die keineswegs selbstverständlich ist. Die Japanerin hatte ein schwieriges Jahr hinter sich. Nach dem frühen Aus bei den US Open im vergangenen August hatte sie ihre Saison vorzeitig beendet und danach erklärt, sich auf unbestimmte Zeit vom Tennis zu verabschieden. Noch zuvor hatte sie bei den French Open in Paris ihre Teilnahme nach nur einem Match zurückgezogen. Sie begründete das mit ihren langen Kämpfen gegen Depressionen seit ihrem ersten Grand-Slam-Titel bei den US Open 2018.