Wer spielte wie gegen wen?

Welches Spiel hätten Sie sehen sollen?

Schalke gegen Bayern. Es hätte ein Spitzenspiel werden können. Die Schalker hatten, wie der FCB, drei von vier Spielen gewonnen. Tatsächlich hatten sie einige Chancen, doch die Abwehr der Königsblauen hatte wenig Immunität gegen die Angriffe des Meisters. Deutet man die Gesänge richtig, hat sich mancher Schalke-Fan gedacht: Ein Benedikt Höwedes hätte unserer Defensive gut getan. Aber der ist ja nun in Turin.  

Vor allem James Rodríguez, der neue Kolumbianer, stellte S04 vor vollendete Tatsachen. Nach einem schülerhaften Einwurf der Gastgeber erwischt er den Keeper Ralf Fährmann auf dem falschen Fuß. Tor. Später schnickste er elegant auf Arturo Vidal. Wieder Tor. Die Bayern hätten noch öfter treffen können. Damit zeigten sie: Königsblau hat bislang nicht sonderlich überzeugt, eher Glückssiege eingefahren. Schalke ist den Bayern kein Gegner.

Und dann war da schon wieder der Ärger über den Videobeweis. Bei einer Flanke riss Naldo die Arme hoch. Warum?, fragte man einerseits. Andererseits flog ihm der Ball aus sehr kurzer Distanz an die Hand. Daher gab es erst mal keinen Pfiff. Doch der Mann am Monitor griff ein. War das aber wirklich eine eindeutige Fehlentscheidung oder nur ein Kann-Elfer, bei dem der Videoschiri nichts hätte tun sollen? Die Schalker fanden: Das war gar nichts. Der Trainer Domenico Tedesco schimpfte: "Für mich ist es kein Elfmeter. Uns wurde erklärt, dass Absicht vorliegen muss und es nicht um die Verbreiterung der Körperfläche geht. Absicht war es auf keinen Fall. Ich bin raus, verstehe nicht mehr, was Hand ist."

Der Manager Christian Heidel stampfte mit dem Fuß auf: "Es war ganz klar kein Elfmeter." Er bezog sich auf Hellmut Krug, den Projektleiter Videobeweis, der auf einer Tagung anhand einer ähnlichen Szene erklärt habe, dass das kein Elfmeter sei. "Ich frage mich dann, warum heute der Videoschiri, der von Krug geschult ist, auf Elfmeter entschieden hat." Der Goalie Fährmann ergänzte: "Ich bin für den Videobeweis. Aber das Perverse ist, dass wir in Hannover für eine ähnliche Szene keinen Handelfmeter bekommen haben. Es ist einfach nur zum Kotzen."

Welches Spiel war überflüssig?

Wolfsburg gegen Bremen. Es war der Einstand von Alm-Öhi Martin Schmidt, der nach Wolfsburg passt wie ein Sportredakteur von ZEIT ONLINE ins DFB-Präsidium. In der ersten Halbzeit ging bei Bremen nichts, nach der zweiten konnte der VfL froh sein, dass sie rum ist. Ein Spiel, das keinen Sieger verdiente. Und es gab ja auch keinen.

Was war die Geste des Tages?

Die von Daniel Baier, dem Spielmacher Augsburgs. Pfui, er beleidigte Leipigs Trainer Ralph Hasenhüttl gestisch, deutete in dessen Richtung an, er würde onanieren. Nicht dass wir aus Erfahrung reden würden, aber das soll ja gesund sein und entspannen. "Das war 90 Minuten ein harter Kampf", sagte Baier, und es soll wohl eine Entschuldigung sein. "Da macht man Dinge, weil man etwas emotional ist. Er draußen an der Linie, ich auf dem Spielfeld." Hasenhüttl verweigerte nach dem Spiel den Handschlag, was man ihm alleine aus hygienischen Gründen nicht vorwerfen kann. RB Leipzig komplettiert den mittelmäßigen Saisonstart. Der FCA bleibt nach dem Sieg in einem ansonsten eher höhepunktarmen Spiel in der Spitzengruppe. Zum Erguss kam es dennoch nicht.

Was war das Zitat des Tages?

"Unser Land, unsere Regeln"

Das stand an der Allianz Arena und es war keine Anspielung des FC Bayern auf die Auslegung des Videobeweises in seinem Sinne, sondern eine Aktion der AfD. Sie warf per Leuchtprojektion ihr Logo auf das Äußere des Stadions. Die Polizei spricht von Hausfriedensbruch.