Die venezolanische Regierung will die beiden US-Bürger, die laut offiziellen Angaben bei einer versuchten Söldner-Invasion festgenommen wurden, vor Gericht stellen. "Sie wurden überführt, sie haben gestanden, sie wurden auf frischer Tat ertappt" und würden nun in einem "fairen Prozess" verurteilt, sagte Staatschef Nicolás Maduro. Die Festgenommenen im Alter von 34 und 41 Jahren würden "gut und respektvoll behandelt".

Maduro hatte die Festnahmen der US-Bürger am Montag bekanntgegeben. Sie gehörten nach Angaben der venezolanischen Führung zu einer Gruppe von Söldnern aus Kolumbien, die "terroristische Anschläge" zum Sturz Maduros geplant habe. Die USA bestreiten jegliche Verwicklung in den Vorfall.

In den USA kündigte Außenminister Mike Pompeo an, "jedes verfügbare Instrument" nutzen zu wollen, um die Männer zurückzuholen. Der venezolanischen Regierung warf das State Department vor, eine "großangelegte Desinformationskampagne" zu fahren, um von den internen Problemen des Landes abzulenken. Ein Ministeriumssprecher sagte, die venezolanische Regierung erfinde ein "Melodram" und werde dabei möglicherweise vom kubanischen Geheimdienst unterstützt.

Geständnis im staatlichen Fernsehen

Einer der beiden festgenommenen Männer bekannte sich im staatlichen Fernsehen Venezuelas dazu, den Sturz von Maduro geplant zu haben. Er sei angewiesen gewesen, den Flugplatz der Hauptstadt Caracas unter Kontrolle zu bringen und ein Flugzeug ins Land zu holen, mit dem Maduro in die USA gebracht werden sollte, sagte Luke Denman in einem Video, das am Mittwoch gesendet wurde.

Er sei demnach von einem US-Militärveteranen angeheuert worden, der das Sicherheitsunternehmen Silvercorp in Florida betreibe. Er habe für den Einsatz im Januar 50 Venezolaner in Kolumbien trainiert. Silvercorp habe eine Vereinbarung mit dem venezolanischen Oppositionsführer Juan Guaidó gehabt, die zum Ziel gehabt habe, Maduro aus dem Amt zu entfernen. Guaidós Team hat das zurückgewiesen.

Das russische Außenministerium teilte mit, es halte die Leugnung einer Beteiligung der USA nicht für überzeugend. Die USA hätten Venezuela schon früher gedroht, dass "alle Optionen" auf dem Tisch lägen. Oppositionsführer Juan Guaidó warf der venezolanischen Regierung vor, den Vorfall als Vorwand für eine weitere Verfolgung Oppositioneller "inszeniert" zu haben.

In dem seit mehr als einem Jahr andauernden Machtkampf mit Guaidó unterstützt Russland Staatschef Maduro. Guaidó hatte sich im Januar 2019 selbst zum Übergangspräsidenten erklärt. Er wird von rund 60 Staaten offiziell anerkannt, darunter Deutschland und die USA.