Damit die Türkei ihren Widerstand gegen die Nato-Beitritte von Finnland und Schweden aufgibt, sind aus Sicht des türkischen Außenministers konkrete Schritte nötig. Die Sicherheitsbedenken seines Landes müssten ausgeräumt werden, um die Einwände der türkischen Regierung zu zerstreuen, sagte Mevlüt Çavuşoğlu. Nach ihrem Besuch in der Türkei seien Delegationen der beiden Länder mit den türkischen Forderungen nach Hause zurückgekehrt. Die Regierung in Ankara erwarte nun die Antworten, hieß es. 

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in der Ukraine seit Anfang des Kriegs insgesamt 4.031 Zivilisten getötet worden – darunter fast 200 Kinder. Die meisten seien durch Bombardierungen gestorben, teilte das UN-Menschenrechtsbüro mit. Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher liegen, hieß es. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht von bisher rund zwölf Millionen Menschen, die aus ihren Häusern vertrieben wurden. Davon hätten rund 5,5 Millionen Menschen das Land verlassen, sagte er in einer Rede vor einem indonesischen Forschungsinstitut.

Die Entwicklungsministerin hat der Ukraine zivile Hilfe zugesagt. 185 Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen seien bereits genehmigt, sagte Svenja Schulze bei einem Besuch im schwer zerstörten Kiewer Vorort Borodjanka. Konkret sollen etwa Wohnungen und Stromleitungen gebaut werden. Deutschland werde auch die nächsten Jahre Partner bleiben, sagte die SPD-Politikerin. "Aber wir dürfen nicht erst warten, bis der Krieg zu Ende ist, wir müssen jetzt wieder anfangen, zu helfen und aufzubauen."

Die ostukrainische Stadt Lyman ist offenbar von prorussischen Separatisten eingenommen worden. Mit Unterstützung der russischen Streitkräfte hätten sie "die vollständige Kontrolle" über Lyman erlangt, teilte der regionale Generalstab der Separatisten über Telegram mit. Man hätte 220 Ortschaften "befreit". Die Stadt in der Oblast Donezk ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Verbindung zu den Großstädten Slowjansk und Kramatorsk. Eine unabhängige Bestätigung der Einnahme gibt es nicht.

Die Ereignisse des Tages im Überblick:

  • Russlands Präsident Wladimir Putin hat nach Ansicht von Österreichs Kanzler Karl Nehammer ein Entgegenkommen bei Getreideexporten sowie beim Umgang mit Kriegsgefangenen signalisiert. Putin habe zugesichert, mit der Ukraine wieder über die Frage des Gefangenenaustauschs zu verhandeln, sagte Nehammer nach einem 45-minütigen Telefonat mit dem russischen Präsidenten.
  • Die schwer umkämpfte ostukrainische Stadt Sjewjerodonezk ist nach Angaben der dortigen Militärverwaltung fast vollständig von russischen Truppen umzingelt. Zu zwei Dritteln sei die Großstadt im Gebiet Luhansk schon belagert, aber noch nicht komplett eingekesselt, sagte der Chef der lokalen Militärverwaltung, Olexandr Strjuk.
  • Damit die Türkei ihren Widerstand gegen die Nato-Beitritte von Finnland und Schweden aufgibt, sind aus Sicht des türkischen Außenministers konkrete Schritte nötig.
  • Die Entwicklungsministerin hat der Ukraine zivile Hilfe zugesagt. 185 Millionen Euro für Soforthilfemaßnahmen seien bereits genehmigt, sagte Svenja Schulze bei einem Besuch im schwer zerstörten Kiewer Vorort Borodjanka.
  • Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in der Ukraine seit Anfang des Kriegs insgesamt 4.031 Zivilisten getötet worden – darunter fast 200 Kinder.
  • Die ostukrainische Stadt Lyman ist offenbar von prorussischen Separatisten eingenommen worden. Mit Unterstützung der russischen Streitkräfte hätten sie "die vollständige Kontrolle" über Lyman erlangt, teilte der regionale Generalstab der Separatisten über Telegram mit.
  • Einem Medienbericht zufolge hat Russland mobile Propagandawagen mit Großbildfernsehern nach Mariupol geschickt. Demnach sollen die Fahrzeuge an "humanitären Hilfspunkten" in der eroberten Stadt stehen, wie der Guardian berichtet.
  • Der staatliche ukrainische Gaskonzern und Netzbetreiber fordert von Deutschland, die Erdgaslieferung über die Pipeline Nord Stream 1 einzustellen oder stark zu drosseln. Eine entsprechende Bitte sei der deutschen Regierung zugestellt worden, sagte Konzernchef Serhij Makogon im ukrainischen Fernsehen.
  • Nach Ansicht britischer Regierungsexperten greift die russische Armee inzwischen auf veraltetes Gerät zurück. Russland habe wahrscheinlich in den vergangenen Tagen 50 Jahre alte T-62-Panzer aus Lagerbeständen geholt, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London. Diese seien demnach in den Einsatzbereich des südlichen Streitkraftverbands gebracht worden.
  • Das Interesse ukrainischer Flüchtlinge an Integrationskursen zur Sprach- und Kulturvermittlung ist offenbar groß. Das stellte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) fest. Dem Amt zufolge seien bislang innerhalb weniger Wochen bereits mehr als 80.000 Teilnahmeberechtigungen erteilt worden, berichtete die Zeitung Die Welt.
  • Die US-Regierung zieht einem Medienbericht zufolge in Erwägung, Langstreckenraketensysteme in die Ukraine zu schicken. Die in den USA hergestellten Waffensysteme könnten Raketen über Hunderte Kilometer abfeuern, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf mehrere Beamte. Ein neues militärisches Hilfspaket könnte bereits in der kommenden Woche angekündigt werden. 
  • Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach dessen Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mangelnde Führungsstärke und eine Missachtung ukrainischer Interessen vorgeworfen. "Militärisch wird die Ukraine von Berlin schlicht und einfach im Stich gelassen", sagte Melnyk der Bild.

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