Bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April treten elf weitere Kandidatinnen und Kandidaten gegen Amtsinhaber Emmanuel Macron an. Das teilte der Verfassungsrat in Paris mit. Insgesamt hatten 65 Bewerber offiziell Interesse am höchsten Staatsamt bekundet. Die meisten bekamen jedoch nicht die erforderlichen Unterschriften von mindestens 500 gewählten Politikern zusammen.

Der erste Wahlgang ist am 10. April. Normalerweise kommt kein Bewerber auf die erforderliche absolute Mehrheit. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten wäre dann am 24. April. Zu den weiteren Kandidaten gehören die Konservative Valérie Pécresse, die Sozialistin Anne Hidalgo, der Links-Politiker Jean-Luc Mélenchon, die Rechte Marine Le Pen, der extrem rechte Publizist Éric Zemmour, der Grüne Yannick Jadot sowie der Kommunist Fabien Roussel.

Das sind die zwölf Kandidatinnen und Kandidaten für den ersten Wahlgang am 10. April in Frankreich. © Joël Saget; Eric Feferberg/​AFP/​Getty Images

Macron regiert seit 2017 im Élysée-Palast. In den jüngsten Umfragen lag der 44-jährige Liberale klar vorn, gefolgt von Le Pen auf Platz zwei vor Zemmour und Pécresse. Aus dem linken Lager kann bisher Mélenchon mit dem meisten Rückhalt rechnen. 

Ukraine-Krieg beeinflusst Wahlkampf

Macron gilt als der klare Favorit und hat durch seine Rolle im Ukraine-Krieg in den Umfragen auf 30 Prozent zugelegt. In einem knappen Brief hatte er sein Programm skizziert und betont, dass der Wahlkampf wegen der aktuellen Umstände nicht so laufen werde wie ursprünglich geplant.

Wer in die Stichwahl kommt, ist weiterhin offen. Zemmour ist Le Pen mit 13 Prozent dicht auf den Fersen. Der linkspopulistische Mélenchon hat in einer Umfrage die rechtskonservative Kandidatin Valérie Pécresse überholt. Le Pen, Zemmour und Mélenchon ist gemeinsam, dass sie in der Vergangenheit ihre Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin gezeigt haben. Le Pens Partei RN hat sich jahrelang von russischen Banken finanzieren lassen.

Macron verspricht im Fall eines Wahlsiegs mehr Geld für Lehrer, mehr Ärzte auf dem Land und Investitionen in erneuerbare Energien und Atomkraft. Frankreich solle das erste Land werden, das sich von Gas, Öl und Kohle unabhängig macht.