Venezuela, der Iran und sechs weitere Staaten haben ihr Stimmrecht bei den Vereinten Nationen verloren, weil sie mit ihren Beitragszahlungen im Rückstand sind. Mit sofortiger Wirkung hätten auch der Sudan, der Inselstaat Antigua und Barbuda, die Republik Kongo, Guinea, Papua-Neuguinea und Vanuatu ihr Stimmrecht in der UN-Vollversammlung verloren, teilte UN-Generalsekretär António Guterres in einem Schreiben an das Gremium mit.

Die Vollversammlung hat die Möglichkeit, das Stimmrecht betroffener Staaten wiederherzustellen, wenn sie der Meinung ist, dass ein Land aufgrund von Ereignissen außerhalb seiner Kontrolle in Zahlungsverzug ist. Vom Iran fehlen laut Guterres umgerechnet rund 15 Millionen Euro, von Venezuela fast 35 Millionen Euro und vom Sudan rund 260.000 Euro. Bei den anderen Ländern sind es kleinere Beträge. Nach der UN-Charta wird eine Mitgliedschaft ausgesetzt, wenn ein Land mit zwei Jahreszahlungen im Rückstand ist.

Die Vollversammlung ist das zentrale Beratungsorgan der Vereinten Nationen. Hier kommen die Staaten der Welt zusammen, um über weltpolitische Fragen zu debattieren. Resolutionen und Beschlüsse der Versammlung sind jedoch – anders als die des UN-Sicherheitsrates – völkerrechtlich nicht bindend für die UN-Mitgliedsstaaten.

Deutschland und andere Staaten fordern schon lange eine Reform des UN-Sicherheitsrats, in dem nur fünf Länder – die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien – einen ständigen Sitz und damit verbunden ein Vetorecht haben. In einer Rede vor der Vollversammlung im September vergangenen Jahres hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Vorrangstellung einiger Großmächte im Sicherheitsrat infrage gestellt. Deutschland sei davon überzeugt, dass große, offene Menschheitsfragen nur durch "noch weit mehr Zusammenarbeit" beantwortet werden können.