Die USA haben etwa 8.500 Soldaten für einen möglichen Nato-Einsatz wegen der Spannungen in Russland in Alarmbereitschaft gesetzt. Dies teilte Pentagonsprecher John Kirby mit. Es seien jedoch noch keine endgültigen Entscheidungen zu Stationierungen gefallen. US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, der die erhöhte Alarmbereitschaft ausgerufen hatte, empfahl US-Präsident Joe Biden, sich auf eine mögliche Entsendung nach Europa vorzubereiten.

Die Soldaten würden nur entsandt, sollte von der Nato eine schnelle Eingreiftruppe aktiviert werden. Oder in Russland an der Grenze zur Ukraine etwas anderes passieren, sagte Kirby. Den Verbündeten soll durch die Alarmbereitschaft Sicherheit geboten werden. In der Ukraine selbst sollen jedoch keine Soldaten stationiert werden, sagte Kirby.

Gespräche im Normandie-Format in Paris

Unterdessen wollen sich Vertreter von Russland und der Ukraine am Mittwoch zu Gesprächen in Paris treffen. Gemeinsam mit Frankreich und Deutschland soll eine Zusammenkunft auf Beraterebene im sogenannten Normandie-Format stattfinden. So hieß es aus Élysée-Kreisen. In den Gesprächen sollen humanitäre Maßnahmen ausgehandelt werden sowie ein Datum bestimmt werden, an dem die Ukraine und Separatisten über ein Gesetz zum Status des Donbass diskutieren. Außerdem soll überlegt werden, wie es für die Ukraine nach der angestrebten Reintegration der abtrünnigen Gebiete in der Ostukraine weiter gehen wird.

Frankreich und Deutschland vermitteln in dem Normandie-Format seit 2014 zwischen Russland und der Ukraine. Der 2015 vereinbarte Friedensplan liegt jedoch auf Eis. UN-Schätzungen zufolge wurden bei Kämpfen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und kremltreuen Separatisten in der ukrainischen Region Donbass mehr als 14.000 Menschen getötet.