Der UN-Sicherheitsrat hat die Tötung von mindestens 35 Menschen in Myanmar verurteilt – unter den Opfern waren mehrere Kinder und zwei Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation Save the Children. Die Verantwortlichen müssten "zur Rechenschaft gezogen werden", forderte das Gremium. Der Sicherheitsrat forderte ein sofortiges Ende der Gewalt in dem Land, die Achtung der Menschenrechte sowie die Sicherheit der Zivilbevölkerung.

Am Samstag waren in Onlinenetzwerken Fotos von zwei ausgebrannten Lastwagen und einem Auto verbreitet worden, in denen myanmarische Widerstandskämpfer nach eigenen Angaben Dutzende verkohlte Leichen entdeckt hatten. Die Beobachtungsstelle Myanmar Witness erklärte, 35 Menschen, darunter Kinder und Frauen, seien im Bundesstaat Kayah "vom Militär verbrannt" worden. Örtlichen Medien- und Augenzeugenberichten zufolge hatten Soldaten der regierenden Militärjunta Zivilisten festgenommen und getötet, die wegen Kämpfen aus ihren Dörfern fliehen wollten. Die internationale Hilfsorganisation Save the Children erklärte, unter den Toten seien zwei ihrer Mitarbeiter.

Forderungen nach Waffenembargo

Ein Sprecher der Junta in Myanmar hatte eingeräumt, dass es am Freitag in der Region zu Zusammenstößen gekommen war und dass die Soldaten eine Reihe von Menschen getötet hatten, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Die USA forderten erneut, ein Waffenembargo gegen die Militärjunta in Myanmar zu verhängen.

Nach einer kurzen Phase der Demokratisierung in Myanmar war das Militär im Februar durch einen Putsch wieder an die Macht gelangt. Seitdem gab es landesweit Proteste, bei deren Niederschlagung mindestens 1.300 Menschen getötet und mehr als 10.000 festgenommen wurden. Die USA haben bereits zahlreiche Sanktionen gegen die Militärjunta verhängt und beschränken seit langer Zeit Waffenverkäufe in das Land.

Jahresrückblick - 2021 in sechs Minuten Ein Mob stürmt das US-Kapitol, eine Flutkatastrophe erschüttert Deutschland und Captain Kirk fliegt zum ersten Mal ins Weltall. Das Jahr im Videorückblick

Die UN-Vollversammlung stimmte im Juni dafür, Waffenlieferungen nach Myanmar zu verbieten. Das Votum war aber nur symbolisch: Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen griff die Maßnahme nicht auf. In dem mächtigsten UN-Gremium haben Russland und China, die gemeinsam mit Indien die wichtigsten Waffenlieferanten Myanmars sind, ein Vetorecht.