Bonn (dpa/lnw) - Wenn ein Jahrhundert-Genie vom Sockel muss: In Bonn ist eine tonnenschwere Statue des Komponisten Ludwig van Beethoven (1770-1827) demontiert worden. Der Grund: Das vor rund 175 Jahren eingeweihte Denkmal in der Geburtsstadt van Beethovens muss restauriert werden. Nach Angaben der Stadt leidet es unter Korrosionsschäden. Am Mittwoch rückten Kran und Tieflader an, um Beethoven in eine Werkstatt zu bringen. Das Denkmal soll im Sommer an seinen angestammten Platz zurückkehren.

Für Betrachter seien die vorhandenen Schäden von außen kaum erkennbar, erklärte Lutz Leide, Leiter des städtischen Gebäudemanagements von Bonn. Betroffen sei die innere Konstruktion des Denkmals. Zuletzt sei die Statue, die allein 3,2 Tonnen wiege, in den 60er Jahren restauriert worden. In den kommenden Wochen übernehme das nun eine erfahrende Spezialfirma aus Schleswig-Holstein.

Das 1845 zum Gedenken an Beethovens 75. Geburtstag aufgestellte Denkmal ist eines der beliebtesten Fotomotive Bonns. Es zeigt den Komponisten mit gewellten Haaren und entrücktem Blick. Zur Einweihung kamen einst allerhand Prominente und Monarchen - darunter die britische Königin Victoria, der preußische König Friedrich Wilhelm und der Gelehrte Alexander von Humboldt.

Da die Ehrengäste einen Platz auf einem Balkon hinter der Statue erhielten, sahen sie zunächst nur Beethovens Rücken, was für etwas Missmut sorgte. Von Humboldt soll daraufhin gescherzt haben: «Ja, er ist auch schon in seinem Leben immer ein grober Kerl gewesen.»

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Beethoven-Denkmal

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