In Frankreich tritt im kommenden Jahr eine Reihe von strengeren Umwelt- und Klimaschutzbestimmungen in Kraft. So müssen auf Autoreklamen in allen Medien künftig umweltfreundlichere Alternativen der Fortbewegung erwähnt werden. Verpflichtend ist dabei der Hashtag SeDeplacerMoinsPolluer ("Bewegen und weniger verschmutzen"). Zudem muss eine von drei standardisierten Botschaften kommen: "Über Carsharing nachdenken", "Für den täglichen Gebrauch öffentliche Verkehrsmittel nutzen" und "Bei kurzen Wegen lieber gehen oder Rad fahren".

Ähnliche Botschaften sind in Frankreich bereits seit 2007 für Werbung für verarbeitete Lebensmittel vorgeschrieben. Darin heißt es zum Beispiel: "Vermeiden Sie für Ihre Gesundheit, zu fett, zu süß, zu salzig zu essen."

Die entsprechende Neuregelung wurde von der französischen Regierung diese Woche im offiziellen Amtsblatt veröffentlicht, sie tritt im März in Kraft und gilt für Werbung in Fernsehen, Radio, Zeitungen, Plakaten und online. Werbetreibenden, die sich nicht daran halten, droht ein Bußgeld in einer Höhe von bis zu 50.000 Euro. Umweltgruppen setzen sich seit Jahren für eine derartige Regelung ein – am liebsten hätten sie aber ein völliges Verbot der Autoreklame. Dieses kommt ab 2028 aber zumindest für besonders umweltverschmutzende Autos, darunter viele SUV.

Weniger Plastikverpackungen

Neben den Einschränkungen bei der Autoreklame treten auch noch weitere Umweltschutzauflagen in Kraft: So dürfen mehr als 30 Obst- und Gemüsesorten nicht mehr in Plastikverpackungen verkauft werden. Das betrifft etwa Lauch, Karotten, Tomaten, Kartoffeln, Äpfel und Birnen. Für empfindlichere Früchte wie Beeren und Pfirsiche ist eine Plastikumhüllung noch erlaubt, doch auch das soll sich in den kommenden Jahren ändern.

Nach Regierungsangaben entfällt durch die neue Bestimmung etwa eine Milliarde Plastikmüllstücke pro Jahr. Auch Zeitschriften und andere Publikationen müssen künftig ohne Plastikhülle versandt werden und Schnellrestaurants dürfen kein kostenloses Plastikspielzeug mehr an Kinder verschenken.

Umweltverschmutzung - "Mich ärgert die Ignoranz der Leute" Viele Menschen werfen ihren Müll achtlos auf den Boden. Wie man der Verwahrlosung deutscher Großstädte entgegenwirken kann, sehen Sie in dieser Reportage.

Ab 2022 müssen außerdem französische Telefongesellschaften und Internetanbieter ihren Kundinnen und Kunden eine Einschätzung geben, wie hoch der von deren Onlineaktivitäten und der Nutzung von Mobiltelefonen erzeugte Ausstoß von Treibhausgasen ist. Damit soll ein größeres öffentliches Bewusstsein für die Auswirkungen der Digitaltechnologie auf die Umwelt geschaffen werden.