Deutschlands bester Flughafen sollte er werden. Modern, kundenfreundlich. Einer Hauptstadt angemessen. Stattdessen geriet der Flughafen Berlin Brandenburg, kurz BER, schnell zum Witz. Baumängel, Fehlplanungen, Verzögerungen: Um ganze neun Jahre verschob sich die Eröffnung. Sieben Milliarden Euro hat der Flughafen schließlich gekostet, ursprünglich geplant waren zwei. Aus Deutschlands "bestem Flughafen" wurde eine der teuersten Baustellen des Landes.

Vor gut einem Jahr wurde der BER nun eröffnet, nach 14 Jahren Bauzeit. BER-Chefs kamen in dieser Zeit und gingen. Der, der ihn schließlich eröffnet hat, Engelbert Lütke Daldrup, sagte ZEIT ONLINE noch vor zwei Monaten zu seinem Abschied, er sei zufrieden. "Der Flughafen funktioniert." Doch wie gut, daran gibt es nun erste Zweifel.

Berlin, vergangenes Wochenende, Beginn der Herbstferien. Die Bilder gingen durch die Medien: Lange Schlangen vor den Check-in-Schaltern. Passagiere, die ihre Flüge nicht erreichen oder stundenlang vor leeren Gepäckbändern stehen. Die Lufthansa gab sogar einen Hinweis an ihre Passagiere raus: Man möge bereits vier Stunden vor Abflug am Flughafen sein.

14 Jahre Bauzeit, eine Pandemie, die den Flugverkehr deutlich reduziert hat: Eigentlich gute Voraussetzungen, um einen Flughafen zu entwickeln, der nahtlos funktioniert, könnte man meinen. Was also läuft da schief am BER?

Zu eng geplant?

Dieter Faulenbach da Costa hat das Chaos am Wochenende nicht überrascht. Im Gegenteil: Der Flughafenplaner hatte in einem Gutachten schon vor Jahren auf Unzulänglichkeiten und Planungsfehler am BER hingewiesen. Mehrfach habe er die Flughafengesellschaft auf die Probleme aufmerksam gemacht, sagt er. Die aber hätten seine Einwürfe ignoriert.

"Man hat den Flughafen nach ästhetischen Kriterien gebaut", sagt er, "nicht nach funktionalen." Die Grundfläche sei zwar groß genug, aber es sei falsch geplant worden. Die Bereiche vor den Check-in-Schaltern seien zu eng, der Bereich mit den Geschäften nehme zu viel Platz ein, Faulenbach da Costa spricht von unnötig weiten Fußwegen für die Passagiere.

Insgesamt sei der Flughafen viel zu klein geplant worden, sagt er. Beispiel Check-in-Schalter: 118 gibt es am BER. Um den Passagierverkehr flüssig zu bewerkstelligen, sagt Faulenbach da Costa, müssten es 360 sein. Dasselbe bei den Gepäckausgabebändern. Acht hat der BER, laut Faulenbach da Costa braucht es mindestens 28. "Es hätte allen Beteiligten klar sein müssen, dass das nicht reicht", sagt er. Warum man trotzdem so geplant hat? "Um Geld zu sparen." Wurde der BER also einfach zu klein und falsch konstruiert?