Grace Byers, Jerrie Johnson und Megan Good in "Harlem", der Pizza-Hund aus "Hawkeye" und Miou-Miou in “Nona und ihre Töchter © Amazon Studios, Marvel Studios 2021, Manuel Moutier/​arte

Verlieren Sie langsam den Durchblick zwischen all den horizontalen und vertikalen Serien auf Netflix, Amazon, Sky und im Free-TV? Oder sind Sie einfach nur auf der Suche nach gutem Fernsehen, wollen womöglich sogar gepflegtes Binge-Watching betreiben? In unserer Serienkolumne besprechen wir die interessantesten Neustarts des Monats.

"Nona und ihre Töchter"

Das ist doch mal eine andere Weihnachtsgeschichte: Die 70-jährige Nona, 68er-Feministin, engagiert in einer Familienberatungsstelle und Mutter erwachsener Drillingstöchter, wird schwanger. Geburtstermin ist der 24. Dezember. Ist das nun eine unbefleckte Empfängnis oder einfach mal eine sehr lustige Ausgangslage für eine leichte, französische Komödie? Letzteres auf jeden Fall. Es stellt sich heraus, dass es für einen Schwangerschaftsabbruch zu spät ist und so müssen Nonas drei erwachsene Töchter nach Hause kommen und sich – gemeinsam mit einer männlichen deutschen Hebamme (Barnaby Metschurat) – erstmals in ihrem Leben um die Mama kümmern. Nona und ihre Töchter ist insofern ein ganz klassischer Weihnachtsstoff, weil es vor allem darum geht, dass die Familie – nach Aufarbeitung diverser Konflikte – zu Hause wieder zusammenfindet.

Schauspielerisch ist es ein Fest, die große Miou-Miou in der Rolle der rebellischen Schwangeren zu sehen; Virginie Ledoyen (Biester), Clotilde Hesme (Lupin) und die Serienschöpferin Valérie Donzelli als Töchter rollen ihr bereitwillig den Teppich aus. Manchmal überfrachtet Donzelli, die auch Regie führt, ihre neun halbstündigen Episoden mit verzichtbaren Nebensträngen, auch die eher zufällig eingestreuselten Musicaleinlagen hätte es nicht gebraucht. Wenn sich aber die drei Töchter gemeinsam ins alte Kinderbett schmiegen, geht die emotionale Ansprache ans Publikum auf. Diese Vorweihnachtsserie ist wie eine warme Kuscheldecke, unter die man gerne kriecht.
(Carolin Ströbele)

Die neun Episoden von "Nona und ihre Töchter" laufen donnerstags ab 21 Uhr auf arte und sind bis zum 1. Januar 2022 auf arte.tv abrufbar.