Sie sollen offenkundig Stolz verkörpern, die sieben riesigen Buchstaben, die vor einem meterhohen Stahlzaun, Kameratürmen und der Fassade mit ihren Panzerglasfenstern aufgebaut sind. Das Wort LIBERTY steht dort, Freiheit, geformt aus sieben orangefarbenen metallenen Buchstaben. An einer Ausfallstraße in Prag steht das Gebäude, in das Besucher und Mitarbeiter nur durch Sicherheitsschleusen und Metalldetektoren gelangen, ein Sinnbild dafür, dass freier Journalismus nicht nur Freunde hat.

Das Logo des Senders, der hier seine Zentrale hat, prangt oben an einer Ecke des gewaltigen Gebäudes: Radio Free Europe / Radio Liberty steht dort, daneben eine flammende Fackel. Der Sender – dessen Namen an die Zeiten des Kalten Krieges erinnern, so man seine Existenz nicht einfach längst vergessen hatte – erlebt aufgrund des Kriegs in der Ukraine gerade eine historische Zäsur, eine Art Wiederentdeckung. Und plötzlich klingen die Worte im Sendernamen, das freie Europa, überhaupt die Freiheit, nicht mehr nach vergangenen Zeiten, in denen man diese Worte noch glaubte, gegen kommunistische Unterdrückungsapparate im damals sogenannten Ostblock hochhalten zu müssen, und die eigentlich vorbei zu sein schienen.