Die schweizerisch-französische Fotografin Sabine Weiss ist tot. Dies teilte ihre Familie mit. Demnach starb sie bereits am Dienstag in ihrem Zuhause in Paris. Weiss wurde 97 Jahre alt.

Nachdem sie 1924 in der Schweiz geboren wurde, arbeitete die Wahlfranzösin mehr als acht Jahrzehnte als Fotografin. Neben Robert Doisneau, Willy Ronis und Brassaï avancierte Weiss zu den wichtigsten Vertretern der französischen Schule der "Photographie Humaniste". Diese humanistische Fotografie nimmt vor allem das Alltagsleben der Menschen in den Blick. Auch Weiss' Bilder dokumentierten die Lebensumstände von Unbekannten und Prominenten.

"Von Anfang an musste ich von der Fotografie leben, sie war nichts Künstlerisches"

Ihre erste Kamera kaufte Weiss mit zwölf Jahren. Mit 16 begann sie ihre Lehre in einem renommierten Genfer Fotostudio. 1946 zog sie schließlich nach Paris, wo sie ihre erste Anstellung bei dem deutschen Modefotografen Willy Maywald hatte. Später arbeitete sie als freie Fotografin, zu ihren Kunden gehörten Magazine wie Vogue, Life, Time und Newsweek.  

Weiss' Werke wurden in rund 160 Ausstellungen weltweit gezeigt und hängen in den ständigen Sammlungen bedeutender Museen, etwa im Museum of Modern Art, im Metropolitan Museum of Art in New York sowie im Centre Pompidou in Paris. Ab März sind Fotos von ihr in Venedig zu sehen.

"Von Anfang an musste ich von der Fotografie leben, sie war nichts Künstlerisches", sagte Weiss vor einigen Jahren der Nachrichtenagentur AFP. "Es war ein Handwerk, ich war Fotohandwerkerin." Ein gutes Foto müsse "berühren, gut komponiert und schlicht sein". Die Gefühle der Protagonisten müssten "ins Auge springen".