Die Koalition wird sich nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rasch auf Änderungen zum Infektionsschutzgesetz einigen. Es werde bereits an sechs Punkten seines Sieben-Punkte-Plans gearbeitet, sagte er. Sobald das für den 30. Juni erwartete Sachverständigengutachten zur Bewertung bisheriger Corona-Schutzmaßnahmen vorliege, werde auch über die Maskenpflicht verhandelt, sagte der SPD-Politiker im Deutschlandfunk.

Die wichtigsten Eckpunkte des Vorhabens sollen noch vor der Sommerpause beschlossen werden. Besonders die FDP hat sich mehrfach gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen. Lauterbach zufolge will die Partei die Verhandlungen erst dann beginnen, wenn das Gutachten vorliegt. Bereits für den 1. Juli sei deshalb ein Gespräch vereinbart. Dieses werde jedoch sehr kurz sein: "Wenn dieses Gutachten vorliegt, dann werden wir uns auch sehr schnell einigen, und ich glaube auch, sogar relativ geräuschlos", sagte Lauterbach.

Sein Vorhaben, kostenlose Corona-Bürgertests einzuschränken, verteidigte der Minister: Sie sollten gezielt eingesetzt werden, also da, wo sie den größten Nutzen brächten. Das sei etwa bei Besuchern von Krankenhäusern und Pflegeheimen, aber auch großen Veranstaltungen der Fall. Aber auch Menschen, die Krankheitssymptome haben, könnten sich testen lassen.

Als Begründung führte Lauterbach die hohen Kosten für die Tests und viele falsch positive Tests an. "Die Qualität soll erhöht werden, die Tests sollen sinnvoller eingesetzt werden, die Kosten sollen im Rahmen bleiben. Ich glaube, dann holen wir einfach aus den Tests mehr heraus", sagte der Bundesgesundheitsminister. Er drängte zugleich zur Eile. Die vom Bund finanzierten Bürgertests gibt es vorerst bis Ende Juni.

Zuletzt sind die Corona-Zahlen wieder gestiegen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals wieder über 500. Das RKI meldete einen Wert von 532,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag lag die Inzidenz noch bei 488,7.