Ein trüber Dienstagabend im vergangenen Oktober. Dicke Wolken treiben schnell über den Himmel und werfen Schatten auf das Leipziger Westin-Hotel. Sie umhüllen das absurde Schauspiel, das sich vor dem Gebäude abspielt. Als in diesen Tagen ein Video des jüdischen Sängers Gil Ofarim viral geht, in dem er das Hotel der Diskriminierung beschuldigt, treffen sich Hunderte Teilnehmer zu einer Demonstration. Sie wollen ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Das Absurde? Mittendrin stehen Dutzende bullige Männer in schwarzer Montur, viele mit Glatze: Beschäftigte der Securityfirma Pro GSL. Sie sollen das Hotel absichern. Dabei sind viele der Mitarbeiter bekannte Gesichter der rechten Szene Leipzigs.