Mindestens 44 Migranten sind einer Hilfsorganisation zufolge vor der Küste der Westsahara ertrunken. Wie die Organisation Caminando Fronteras mitteilte, war das Boot gekentert. Die marokkanischen Behörden nahmen demnach zwölf Überlebende fest. Nur sieben Leichen wurden geborgen. Marokko kontrolliert den größten Teil der Westsahara. Jedes Jahr versuchen Tausende Migranten, von der Westsahara aus die Kanarischen Inseln, die zu Spanien gehören, zu erreichen.

Nach Angaben des spanischen Innenministeriums kamen vergangenes Jahr mehr als 40.000 Migranten auf dem Seeweg ins Land. Im selben Jahr starben nach Angaben von Caminando Fronteras 4.404 Migranten bei dem Versuch, Spanien zu erreichen, oder werden vermisst.

Deutsches Rettungsschiff nimmt Menschen auf

Derweil hat das Rettungsschiff Sea-Eye 4 auf Bitten der deutschen Behörden 34 Menschen aufgenommen, die mehrere Tage im Mittelmeer in Seenot verbracht hatten. Wie die Hilfsorganisation Sea-Eye mitteilte, wurde ihr Schiff am vergangenen Samstag von der Rettungsleitstelle in Bremen angefunkt. Ein unter deutscher Flagge fahrendes Containerschiff sei auf ein "kleines, überfülltes Holzboot" mit 34 Menschen gestoßen.

Demnach hatte die Organisation Alarm Phone bereits einen Notruf erhalten. Ein Containerschiff der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd war das erste Schiff am Unglücksort. Der Vorfall ereignete sich in der maltesischen Such- und Rettungszone in internationalen Gewässern nördlich der libyschen Stadt Bengasi. Sea-Eye wirft den maltesischen Behörden allerdings vor, "wiederholt ihre Koordinierungspflichten" verletzt zu haben.

Die Crew versorgte die Schutzsuchenden mit Lebensmitteln sowie Trinkwasser, ließ eine Rettungsinsel zu Wasser und blieb bis zu deren Rettung bei den 34 Menschen. Bis ein Rettungsschiff den Ort erreichte, waren die Menschen laut Sea-Eye bereits vier Nächte auf See.