Auf einer gefährlichen Route von Migranten durch den Dschungel zwischen Kolumbien und Panama ist die Zahl der Kinder nach UN-Angaben zuletzt deutlich gestiegen. Seien auf dem Weg nach Norden im sogenannten Darién Gap 2017 nur zwei Prozent der Migranten minderjährig gewesen, sei deren Zahl bis 2020 auf 25 Prozent gestiegen, heißt es in einem vom Kinderhilfswerk Unicef veröffentlichten Bericht.

Migrationsroute zwischen Kolumbien und Panama

Der Darién Gap ist eine knapp 100 Kilometer lange Strecke nur schwer passierbaren Dschungels, die die einzige Landroute von Südamerika nach Norden darstellt. Der Weg zu Fuß nimmt etwa eine Woche in Anspruch, es gibt keine Straßen, kaum Nahrungsmittel oder Schutzhütten, und die Migranten sind Kriminellen und frei lebenden Tieren ausgesetzt. Die meisten Migranten, die den Weg nutzen, kommen aus Haiti oder Kuba, ein kleinerer Teil stammt aus afrikanischen Ländern wie Kamerun und Kongo oder aus Südasien, etwa Indien, Bangladesch und Sri Lanka.

"Ich habe Frauen gesehen, die mit Babys in ihren Armen aus dem Dschungel kamen, nachdem sie mehr als sieben Tage ohne Wasser, Nahrung oder irgendeiner Art von Schutz gelaufen sind", sagte Unicef-Regionaldirektorin Jean Gough, die sich zwei Tage vor Ort informierte.

In den vergangenen vier Jahren machten sich mindestens 46.500 Migranten auf den Weg durch den Dschungel, darunter 6.240 Minderjährige.