Deutschland und viele weitere Staaten der Welt haben am Freitag des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren gedacht. In Berlin rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürgerinnen und Bürger zur Verteidigung der Demokratie auf. Beim zentralen Gedenken betonte er zudem die besondere deutsche Verantwortung für den Zusammenhalt Europas. "Damals wurden wir befreit. Heute müssen wir uns selbst befreien", sagte Steinmeier. Die deutsche Geschichte sei eine "gebrochene Geschichte". Dazu gehöre die Verantwortung für millionenfachen Mord und millionenfaches Leid. "Das bricht uns das Herz bis heute. Deshalb: Man kann dieses Land nur mit gebrochenem Herzen lieben."

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endete am 8. Mai 1945 der von Deutschland begonnene Krieg in Europa. Im zweiten Weltkrieg verloren in Europa und Asien – je nach Schätzung – zwischen 55 und mehr als 60 Millionen Menschen ihr Leben. Unter ihnen rund sechs Millionen europäische Juden, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.