Der aktive Vulkan auf La Palma kommt nicht zur Ruhe: Ein neuer Lavastrom aus dem Cumbre Vieja auf der Kanareninsel droht, auf seinem Weg zum Atlantik ein weiteres Wohnviertel zu zerstören. Hunderte weitere Menschen müssen deshalb um ihre Häuser und ihren Besitz fürchten.

Vulkanforscher hatten bemerkt, dass ein neuer Lavafluss nördlich des Hauptstroms aus geschmolzenem Gestein abgezweigt ist und sich auf bewohntes Gebiet außerhalb der bisherigen Evakuierungszone zubewegt. "Ein Teil der Wohngegend war bereits evakuiert worden, doch angesichts des Vordringens des Lavastroms wurde es notwendig, diese spezielle Zone zu räumen", sagte María García, die Bürgermeisterin von Los Llanos de Aridane, dem Sender TVE.

Die Anwohner des Viertels La Laguna hatten nur wenige Stunden, um Wertgegenstände einzupacken. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Menschen in großer Hast ihre Häuser ausräumten und Möbel, Geschirr, Waschmaschinen, Fernseher, Matratzen, Decken, Bettwäsche, Mopeds, Fahrräder, Spielzeug, und Kleidung auf Lastwagen verluden. Freiwillige halfen den Angestellten einer Schule, Unterrichtsmaterial zu retten.

Vulkanausbruch auf La Palma - Weitere Anwohner müssen ihre Häuser verlassen Noch immer spuckt der Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma Asche und Lava. Bewohnerinnen und Bewohner der Kanaren-Insel bringen sich zusammen mit ihrem Besitz in Sicherheit. © Foto: Sergio Perez/REUTERS

Die Inselregierung hatten am Dienstag die Evakuierung von rund 800 Menschen in einem Teil der Küstenstadt Los Llanos de Aridane angeordnet. Damit stieg die Zahl der Menschen, die sich seit dem Beginn des ersten Ausbruchs des Vulkans seit 50 Jahren am 19. September in Sicherheit bringen mussten, auf etwa 7.000. Das berichtete der staatliche TV-Sender RTVE.  

Premier Sánchez reist zum vierten Mal auf die Insel

Bereits nach dem ersten Ausbruch des Vulkans hatten rund 6.000 Menschen ihre Heimat verlassen müssen, weil sich ihre Häuser und Bauernhöfe direkt auf dem Weg des ursprünglichen Lavastroms befanden. Seitdem hat es keine weiteren Evakuierungen gegeben.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez wollte noch am Mittwoch nach La Palma reisen. Es ist sein vierter Besuch seit dem Ausbruch des Vulkans. Er wolle sich vor Ort ein Bild von der sich verschlechternden Lage machen und die Behörden und die Bewohner der Insel der Solidarität des ganzen Landes versichern, berichteten spanische Medien unter Berufung auf die Regierung.