Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine fürchten deutsche Sicherheitsbehörden, dass Russland die Kampfzone ausweiten und Cyberangriffe auf Nato-Länder starten könnte. Bislang ist es in Deutschland ruhig geblieben. Das könnte sich allerdings ändern – wenn auch nicht so, wie bislang angenommen. So warnt das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) in einer aktuellen Lageeinschätzung nicht vor militärischen Angriffen, sondern vor vermehrter Spionage.

Der Krieg gegen die Ukraine läuft derzeit völlig anders, als Russland ihn geplant hatte. Zwei für die russische Regierung wichtige Kriegsziele wurden nicht erreicht: Die Großstädte Kiew und Charkiw konnten nicht eingenommen werden, die Offensiven dort wurden von der ukrainischen Armee abgewehrt. Auch das dritte Ziel, eine Einkesselung ukrainischer Truppen im Donbass, ist nahezu gestoppt. Zugleich scheinen die internationalen Sanktionen gegen Russland zu wirken, das Land ist isoliert und unter wirtschaftlichem Druck.