Können Lampen, Computerspiele oder Waffeln die Welt besser machen? Klar! Diese fünf Studierenden sind aktuellen Problemen und ihren Lösungen auf der Spur.

Sarah, Lara, Martin, Jonas und Moritz sind Superheld:innen. Naja... vielleicht nicht ganz. Aber sie führen zumindest ein Doppelleben. Einerseits sind sie ganz normale Studierende an der Hochschule Hamm-Lippstadt, andererseits sind sie aber auch Weltverbesserer:innen und arbeiten an außergewöhnlichen Erfindungen, um das Leben aller ein wenig schöner und lebenswerter zu machen. Wir stellen ihre drei Projekte vor. 

Erfindung 1: Ein Becher, der Geschichte machen wird

Neben Laptop und Büchern dürften koffeinhaltige Heißgetränke zur Grundausstattung einer:s jeden Studierenden gehören. Kein Wunder also, dass Sarah Theresa Schulte und Lara Wagemann mitten in ihrem Uni-Alltag vor gut zwei Jahren merkten, dass Kaffeetrinken unterwegs entweder kompliziert ist oder mit schlechtem Gewissen einhergeht: "Mein Thermobecher war mal wieder undicht, aber ein Coffee To Go-Becher aus der Cafeteria besteht aus Papier und Plastik und er kann sogar Mikroplastik absondern. Beides ist weder praktisch, noch gut für die Umwelt. Wir dachten, dass es eine bessere Lösung geben muss und haben angefangen, an einem essbaren Kaffeebecher zu forschen", erzählt Sarah Theresa Schulte. 

Lara stammt aus einer Bäcker:innenfamilie, Sarah hat schon im Bereich Produktinnovation gearbeitet – die Idee eines essbaren Kaffeebechers war also gar nicht so weit weg für die Studentinnen der Interkulturellen Wirtschaftspsychologie. "Wir haben uns dann gemeinsam in die Küche gestellt und an unserem Prototypen für AllCup gearbeitet," erinnert sich Sarah: "Das war schon oft Trial and Error." Ein essbarer Kaffeebecher muss einigen Ansprüchen genügen: Entscheidend ist, dass der Becher nicht durchweicht, hohe Temperaturen aushält und dabei verträglich und kompostierbar ist. Außerdem muss er auch so leicht und bekömmlich sein, dass er auch wirklich verspeist wird. Ein Keksteig ist beispielsweise nicht geeignet, denn die Wenigsten möchten zu jedem Becher Kaffee einen ganzen Keks essen, es wurde also ein Becher aus einer leichten Eiswaffel. 

Bei ihrer Arbeit wurden Sarah Theresa Schulte und Lara Wagemann von den Dozent:innen der Hochschule Hamm-Lippstadt von Anfang an unterstützt. "Wenn man loslegt, weiß man ja noch gar nicht, wo man anfangen soll. Da braucht man eine Richtung, die einem gewiesen wird. Auch dass man eine Vertrauensperson hat, an die man sich einfach mal wenden kann, ist so viel Wert," erzählt Sarah. Letztendlich kam der Kontakt zum dritten Gründer im Bunde, Martin Nauen, auch durch das Netzwerk der HSHL. Martin hat Oecotrophologie an der Universität Münster studiert. Er hat also das nötige lebensmitteltechnische Know-How, um mit Sarahs und Laras Prototypen weiterzuarbeiten. Konkret soll eine Beschichtung entwickelt werden, die allen Ansprüchen genügt – und weltweit Wellen schlagen könnte. "Es gab in der Vergangenheit schon Versuche, einen solchen Kaffeebecher zu entwickeln, aber noch keinen mit einer solchen Beschichtung," erläutert Sarah. 

Der AllCup wäre der erste Becher seiner Art und seine Formel unendlich erweiterbar. Schließlich kann man Waffel und Beschichtung je nach Notwendigkeit in unterschiedlichen Formen und Größen anbieten. Der Bedarf nach einer Alternative zu Plastik oder Papier wird außerdem immer dringender: Seit Juli dieses Jahres sind in der EU Einwegplastikprodukte verboten. Ab 2023 soll es eine Mehrwegpflicht für Gastronom:innen geben. Der AllCup könnte also die Innovation sein, die die gesamte Branche verändert. Sarah, Lara und Martin wollen in erster Linie aber vor allem eines: "Nachhaltigkeit einfacher und niedrigschwelliger machen. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und es braucht Lösungen, die sich ganz problemlos in den Alltag integrieren lassen." Nur so, sagt Sarah, kann es tatsächliche Lösungen für eine gesunde Umwelt geben.

Martin Nauen, Sarah Theresa Schulte und Lara Wagemann mit ihrem AllCup. © FH Münster/​Dzemila Muratovic