Franzis Preckel forscht zu Hochbegabten an der Universität Trier. Gardy Hemmerde arbeitet als Coachin mit hochbegabten Kindern und Erwachsenen. Die beiden wissen, was diese Menschen ausmacht und warum nicht jedes hochbegabte Kind zu einem hochbegabten Erwachsenen wird.

ZEIT ONLINE: Wenn man "IQ" und "Hochbegabung" googelt, liest man: Ab einem IQ von 130 Punkten sei man hochbegabt. Stimmt das?

Franzis Preckel: Das kommt darauf an, was man unter Hochbegabung versteht. Es gibt einige Definitionen, bei denen die Intelligenz tatsächlich das entscheidende Kriterium ist. Das ist aber inzwischen sehr umstritten, weil das ein ziemlich enges Verständnis von Hochbegabung zeigt. Man kann sicher sagen, dass man mit einem IQ von 130 Punkten hochintelligent ist – aber nicht unbedingt hochbegabt.