Die Gespräche können überall und jederzeit aufkommen: im Café, auf dem Spielplatz, am Küchentisch. Bevor eine Frau überhaupt schwanger ist, vor der Geburt, wenn das Kind dann da ist. Die Einstiegsfrage lautet meist: Und, wie macht ihr das mit der Elternzeit? Mit "machen" ist gemeint, wer wie lange zu Hause bleiben wird. In dem Gespräch, das sich anschließt, geht es meist nicht um gegenseitiges Verständnis, sondern darum, die eigene Entscheidung zu verteidigen.

Dann, wenn der Mann zum Beispiel zwei Monate Elternzeit nimmt: "Geil, schönen Urlaub euch", heißt es dann oft. Oder aber: "Was, warum denn nicht mehr?" Und überhaupt: Warum bleibt in den meisten Fällen die Frau zu Hause, wo doch gefühlt alle von Gleichberechtigung reden?