Man tritt den französischen Abgeordneten nicht zu nahe, wenn man feststellt, dass sie in der Vergangenheit in der Politik ihres Landes nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Auch Emmanuel Macron hat dem Parlament, seit er regiert, keine allzu große Beachtung geschenkt. Erst kommt der Präsident, und dann kommt lange nichts.

Nun erschüttert ausgerechnet eine Parlamentswahl das Land – und seinen Präsidenten. Die Parteien, die Macron bislang unterstützen, haben keine Mehrheit mehr. Es ist aber auch keine andere Mehrheit in Sicht. Frankreich erlebe "die schwerste politische und institutionelle Krise" seit dem Beginn der Fünften Republik, schreibt der konservative Figaro. Die Fünfte Republik begann 1958.