Quecksilber ist viel zu lang ein Liebling der Quacksalber gewesen. Über Jahrhunderte verabreichten zweifelhafte Heiler das giftige Element ihren bemitleidenswerten Patienten als, nun ja, Medizin. Auch Alchemisten faszinierte das exotische Übergangsmetall. Bei Raumtemperatur ist es flüssig, sickert aber nicht etwa in eine Unterlage hinein, sondern bildet perlenförmige Tropfen, die sich trennen und verbinden lassen. Das liegt an der starken Oberflächenspannung des Quecksilbers.

Diese nutzen Astronominnen und Astronomen in Indien nun zu gänzlich anderen Zwecken: Auf dem Gipfel des Devasthal, eines 2450 Meter hohen Berges rund dreihundert Kilometer nordöstlich von Delhi, haben sie mithilfe des glänzenden Elements "das weltweit größte Teleskop mit flüssigem Spiegel" (Universe Today) gebaut. Was mindestens zwei Fragen aufwirft. Erstens: Wie formt man eine Flüssigkeit zum Spiegel? Zweitens: Wozu?