Natan Sznaider, geboren 1954 in Mannheim, ist Soziologe und unterrichtet in Tel Aviv. Zuletzt erschien von ihm das Buch "Fluchtpunkte der Erinnerung" (Hanser 2022)

Natürlich ist man in Israel daran gewöhnt, dass es auf der Welt starke Ressentiments gegen Israel gibt. Und auch daran, dass ein globales progressives Milieu sich schwertut mit der Idee eines ethnischen Staates, der im israelischen Fall Juden privilegiert und der nichtjüdische Menschen, vor allen Dingen die arabische Bevölkerung, sozial und politisch benachteiligt. Denn in einer fortschrittlichen Welt geht es um Gleichheit als oberstes Gesetz, Gleichheit als Prinzip und auch Gleichheit als Leidenschaft, die eigentlich nie befriedigt werden kann.