Wehrpflicht, allein das Wort ist ja schon von einer feldbettenhaften Härte. Menschen, die ein Jahr ihres Lebens an die Armee verschenken müssen: Das war wirklich mal normal? In einem aufgeklärten Land, in dem bereits das Tanzverbot an Karfreitag als unbotmäßiger Zwang gilt, haben wir Leute in die Armee gezwungen?

Jawohl, noch vor elf Jahren. Wer sie erlebt hat, die Wehrpflicht, wird bereits die Musterung nicht vergessen. Diese Begegnung mit einem tendenziell übergriffigen System, mit Ärzten vom Militär, die sich eine Spur zu genau interessierten: Kann dieser Kerl in einem Panzer sitzen? Die Erkenntnis, die man damals gewann, als sogenannter Wehrpflichtiger, lautete: Ich bin nicht in allem selbstbestimmt. Ich darf allenfalls wählen zwischen Wehr- und Zivildienst. Aber ganz erspart bleibt mir die Sache nicht.