Die merkwürdigste Baustelle Europas liegt am Bottnischen Meerbusen, zwischen Finnland und Schweden, in einer Ortschaft namens Pyhäjoki. An diesem nördlichsten Ausläufer der Ostsee hat der finnische Staat nämlich ein Atomkraftwerk in Auftrag gegeben, um sich von Energielieferungen aus Russland unabhängiger zu machen. Den Auftrag für den Bau bekamen: ausgerechnet Russen. Nämlich ein Firmenkonsortium um den staatlichen russischen Nuklearkonzern Rosatom.

Seither ist an diesem Küstenstück viel passiert: Baufirmen haben große Nadelwaldflächen entfernt, zweispurige Straßen gebaut, riesenhafte dunkelgraue Lagerhallen in die Höhe gezogen und 1800 identische Wohnungen für Arbeiter errichtet. Gleich an der Zufahrt zum Areal kann man bereits ein Betonmischwerk besichtigen, das für den Bau der Reaktorgebäude eingesetzt werden soll. Es ist selbst so groß wie eine Fabrik.