Ein feuchter, kühler Märztag in den ausgehenden 1970er-Jahren. Ein grauer Kleinbus nähert sich der Grenze zwischen Österreich und der Tschechoslowakei, er ist vollgepackt mit Lebensmitteln und gut versteckter westlicher Lektüre. An Bord befinden sich der gebürtige Böhme Karl Schwarzenberg und Erhard Busek, zu diesem Zeitpunkt Vizebürgermeister von Wien. Sie sind auf einer klandestinen Mission. In Prag wollen sie ihre Schätze unter einigen Mitgliedern der Dissidentengruppe Charta 77 verteilen, die sich nach der Niederschlagung des Prager Frühlings durch die Sowjetunion formiert hatte. An Václav Havel etwa, den späteren Präsidenten, oder an Jiri Hájek, der vor dem sowjetischen Einmarsch Außenminister seines Landes gewesen war und nun als Heizer einer Schule in einem klammen Souterrainloch hauste. Busek ist ein alter Bekannter der widerständigen Intellektuellen. Nun, in der Not liefert er ihnen Nahrung für Leib und Geist und sorgt dafür, dass sie im Westen nicht in Vergessenheit geraten. Und das zu einer Zeit, in der sein späterer Widersacher in der Wiener Kommunalpolitik, Bürgermeister Helmut Zilk, auf der Gehaltsliste des tschechoslowakischen Geheimdienstes steht. Wenn Busek erkannte, dass sich Freiheitsrechte und liberale Werte in Gefahr befanden, war auf ihn zu zählen.