Nicholas Winton war das, was man einen stillen Helden nennt. Er half Wehrlosen, den Nazi-Terror zu überleben. Und er schwieg, in aller Bescheidenheit, über das Gute, das er getan hatte – bis seine Frau Greta, Jahrzehnte später, seine alten Unterlagen auf dem Dachboden fand.

Ach, soll der stille Held gesagt haben, wirf das weg. Sie warf es nicht weg. Denn die Notizen ihres Mannes belegten, dass er vor Beginn des Zweiten Weltkrieges geholfen hatte, 669 jüdischen Kindern in der von Deutschland besetzten Tschechoslowakei das Leben zu retten. 1988 lud ihn die britische Fernsehsendung That’s Life ins Studio ein. Winton ahnte nicht, dass ihm sämtliche Frauen und Männer im Publikum das Leben verdankten. Es waren die Kinder von einst: die 4- bis 17-Jährigen, die mit einem der acht Sonderzüge, die er organisiert hatte, von Prag nach Großbritannien gelangt waren.