Es war eine Kriegserklärung, die der russische Präsident Wladimir Putin am Montag live im Fernsehen vorgetragen hat: eine einstündige Rede, gerichtet an sein eigenes Volk und an die Welt, eine Rede, die mit Krieg drohte und eine Erklärung dazu lieferte, warum ein Einmarsch in die Ukraine nicht nur möglich wäre, sondern notwendig und legitim sei. Putin erkannte nicht nur die abtrünnigen Separatistengebiete im Osten der Ukraine an und brach damit offen das Völkerrecht. Sondern hier zeigte sich ein Mann, der eine Grenze überschritten hat. Der sich offenkundig frei fühlt, Verträge zu ignorieren. Der annimmt, dass niemand ihn in die Schranken weisen wird. Dem die eigenen Interessen und Ambitionen wichtiger sind als die Beziehungen zum Westen.