Luc Montagnier wählte den ganz großen Rahmen: Die Fortschritte der Wissenschaft im 20. Jahrhundert, die Erkenntnisse um Evolution, Menschheitsgeschichte und den Platz der Erde im Universum – damit beginnt das Manuskript der Nobelvorlesung des französischen Virologen aus dem Jahr 2008. Vier Absätze später kommt er zu seinem eigenen Forschungsgebiet. "25 Jahre nach der Entdeckung von HIV: Aussichten für Heilung und Impfstoff".

Dieser Titel steht aus heutiger Sicht nicht nur für einen Triumph der Forschung, er hat einen bitteren Beigeschmack. Weil es nach wie vor weder einen Impfstoff gegen HIV gibt noch ein Mittel zur Heilung einer Infektion. Aber auch, weil Montagnier beim Thema Impfen noch eine unrühmliche Rolle spielte.