Wir waren erst zwei Jahre in Deutschland und hatten kaum Geld, als wir in eine Sechszimmerwohnung in einem großen, majestätischen Jugendstilhaus mitten in Hamburg-Harvestehude einzogen. Das war im Sommer 1972, kurz vor den Olympischen Spielen in München, und wir hatten sie als schwarzhaarige Ausländer, die ein oft unvollständiges, merkwürdiges Osteuropäer-Deutsch sprachen, nur deshalb gekriegt, weil die reichen Deutschen damals lieber aufs Land zogen. Und weil mein Vater den Besitzern zehntausend Mark gegeben hatte, keine Ahnung, woher die kamen. "Im Sozialismus nannte man das Bestechung", sagte er und lachte, "sie sagen Abstandszahlung dazu."