Wer im Westin-Hotel Leipzig in den Fahrstuhl steigt, in den 27. Stock fährt, der hat plötzlich einen Ausblick, wie es ihn in dieser Stadt kein zweites Mal gibt: ein Hauch von New York, mitten in Sachsen. Genau so war das schon 1981 gedacht, zur Eröffnung. Die SED wollte mit dem Interhotel Merkur ein Zeichen setzen. Seht her: Zu uns kann man kommen. Wir sind offen. Damals war das eindeutig eine Illusion. Und heute, 40 Jahre später? Steht wieder zur Debatte, ob die Offenheit dieses Hauses, dieser Stadt eine Illusion ist. Denn das Westin-Hotel muss sich der Frage stellen, ob es Menschen wegen ihrer Religion ausschließt. Ob einem Gast der Zugang verwehrt wurde, weil er jüdischen Glaubens ist.