Im Herbst erreichte Dr. Filip Hladík ein Hilferuf aus seiner Heimat. Hladík, 33, ist Internist im Klinikum Oberlausitzer Bergland in Zittau, er ist dort ein viel beschäftigter Mann. Nun aber rief die tschechische Ärztekammer ihn dazu auf, zurückzukehren. Tschechische Anästhesisten, Intensivmediziner, Pflegekräfte sollten, bitte, den Kampf gegen Corona zu Hause führen. Man könne jede helfende Hand gebrauchen!

Spätestens da begannen viele tief in Deutschlands Osten, sich Sorgen zu machen. Spätestens da konnte niemand mehr die Augen verschließen vor dieser Erkenntnis: Das Gleichgewicht im Dreiländereck zwischen Sachsen, Polen und Tschechien gerät ins Wanken. Corona bedroht vieles, was über Jahrzehnte gewachsen ist. Und der Umstand, dass das Gesundheitswesen in Sachsen, aber auch in Brandenburg oder Bayern von Pflegekräften und Ärzten aus Polen und Tschechien abhängig ist – der wurde nun zu einem politischen Großproblem.