Von Peter Kümmel

Zwei Todgeweihte bestimmen das Theaterprogramm der Festspiele. Dem einen wird das Leben genommen, der andere nimmt es sich selbst. Der eine wird von Gott abberufen, der andere stirbt, weil er allein es beschlossen hat. Der eine sucht Begleiter, die mit ihm sterben, der andere stirbt einsam, will dabei aber von den Mitmenschen gesehen werden.

Der eine ist Jedermann, der kaltherzige Millionär aus Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Sterben des Reichen Mannes. Der andere ist ein 18-jähriger Tscheche, der sich 2003 auf dem Wenzelsplatz in Prag verbrannte und den Peter Handke zur Titelfigur seines jüngsten Stücks macht: Zdeněk Adamec.